Wildlife Photography - Jörg Asmus

 

Maria-Koepcke-Preis 2015

Die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft verleiht Herrn Jörg Asmus den Maria-Koepcke-Preis 2015 für seine Studien in Vogelsammlungen

Überreicht auf der 148. Jahresversammlung in Konstanz am 1. Oktober 2015. DER PRÄSIDENT Prof. Dr. Stefan Garthe

Der Maria-Koepcke-Preis der DO-G wird in diesem Jahr an Herrn Jörg Asmus (Güstrow) verliehen. Herr Asmus ist im Gegensatz zu vielen anderen bisherigen Preisträgern nicht beruflich ornithologisch tätig, sondern bearbeitet mit großem Engagement anspruchsvolle ornithologische Fragestellungen in seiner Freizeit. Diese Arbeiten sind insbesondere deshalb bemerkenswert, weil Herr Asmus nicht der eigentlichen (Feld-)Ornithologen-Szene entstammt, sondern viel stärker auf dem Gebiet der Vogelhaltung und -zucht verwurzelt ist.

Weil es ihm ein entscheidendes Anliegen ist, Vogelformen in ihrem ursprünglichen populations-genetischen Kontext zu erhalten, statt diese phänotypisch immer weiter von ihrer Wildform zu entfernen, ist seine Arbeit in hohem Maße mit den klassischen systematisch-taxonomischen Untersuchungen an Museen verbunden. In Vorbereitung der von ihm initiierten oder begleitenden Erhaltungszuchtprojekte hat Herr Asmus die phänotypische Merkmalsvariation und die Abgrenzbarkeit der jeweiligen Vogelgruppen, vor allem von Papageien, intensiv studiert und darüber publiziert. Diese Aktivitäten führten ihn wiederholt in verschiedene ornithologische Sammlungen im In- und Ausland, zu denen er nach wie vor gute Kontakte pflegt. Seine Auseinandersetzung mit Populationsmerkmalen durch Vergleiche an Präparaten und lebenden Vögeln zeigt in beispielhafter Weise, wie fachgebietsübergreifende Recherchen den Vogelschutz befördern und welche Rolle Sammlungen dafür spielen können.

Seine Beiträge geben damit insbesondere in den Kreisen der Vogelzüchter wichtige Impulse für koordinierte und fachlich wohlbegründete Projekte zum Erhalt von Vogel-Wildformen in der Gefangenschaft. Die Bemühungen um eine schutzorientierte Erhaltungszucht seltener Vogelformen haben ihm daher nicht zuletzt auch die Anerkennung diverser Zoos eingebracht, mit denen Herr Asmus ebenfalls eng zusammenarbeitet. Mit der Verleihung des Maria-Koepcke-Preises an Herrn Asmus soll ausdrücklich die fachliche Akribie und persönliche Hingabe eines Freizeit-Ornithologen gewürdigt werden, der mit seiner Studien in Vogelsammlungen eine fundierte Basis für eine schutzorientierte und populationsbiologisch begründete züchterische Praxis legt, die in Vogelhalterkreisen nicht selbstverständlich ist.

Für die Jury
Dr. Till Töpfer